Was unsere Projekte vom Kommerz unterscheidet

Nicht selten schlägt unserer selbsttragend finanzierten Einrichtung ein mehr oder weniger latenter Bereicherungsvorwurf seitens öffentlicher (Hochschul-)Verwaltungen oder sogar seitens einzelner Teilnehmer entgegen. Die Gründe dafür liegen:

(1) in der Unfähigkeit bzw. dem Unwillen eine unorthodox ausgerichtete Basisorganisation wie die unsrige vom Börsen-, Konzern- oder auch vom schnöden Konsumkapitalismus zu differenzieren;

(2) in der Unerfahrenheit, dem Unwissen oder der Ignoranz gegenüber dem, was es bedeutet Projekte in persönlicher Vollverantwortung von A-Z ohne fremde Unterstützung zu tragen und welche fachfremden Belastungen darüber hinaus auferlegt sind, damit jenes System -welches uns letztendlich nur behindert- existieren kann (Steuerbürokratie, Versicherungszwänge, Juristerei etc.).

An dieser Stelle sei deshalb einmal ansatzweise die Unterschiedlichkeit unseres Weges zum systemangepassten Weg kommerzieller Veranstalter dargelegt. Es geht uns dabei nicht darum, andere Unternehmungen anzugreifen, denn jeder soll den Weg gehen den er für richtig hält & auf dem er ‘sein’ Publikum findet.
Vielmehr möchten wir an unserem kleinen Beispiel aufzeigen, dass es neben dem zweidimensionalen System des ‘Gängel-Kommunismus der Öffentlichen Hand’, korrelierend mit dem ‘Profit-Kapitalismus’, auch einen anderen, ‘dritten’ Weg gibt, was im übertragenen Sinne höchste gesellschaftspolitische Relevanz hat (vgl. Titelmotive 2010/2011 in Motivhistory).

 
URSPRUNG IM SELBSTLOSEN ENGAGEMENT - NICHT IM BERUFSBILD
 

Zuerst gab es die persönliche Neigung für Kultur & Sport mit alternativer, studentischer Prägung. Aus der ‘Nutzerperspektive’ wurde schnell eine ‘Macherrolle’, denn schon früh war es wichtig, nicht nur nehmen zu wollen, sondern auch zu geben. Dazu kam der Organisationsspass daran, andere teilhaben zu lassen an dem, was man für das eigene Leben schon als gut erkannt hatte.
Daraus wuchs spontan aus der Basis heraus (nicht von irgendwelchen Gremien beschlossen, von ‘oben’ gesteuert oder aus einem Jobangebot resultierend) u.a. ein großes Musikfestival (s. www.campusfestival.eu) und eine ganze Palette an sportlichen Naturreisen (und zwar unter Zurückstellung des Studiums, d.h. der eigenen beruflichen Karriere).

Erst dann entstand durch Einwirkungen von außen (Haftungsfragen, Vereinnahmung der Schaffensergebnisse des bis dato ‘unbekannten Ein-Mann-Organisators’ durch öffentliche Körperschaften) die Notwendigkeit den Projekten einen ‘Markennamen’ (’SCF’, ‘Campusfestival’, ‘SportCamps mit Flair’) und eine ‘juristische Hülle’ (gemeinnützigeGmbH) zu geben.
Wir haben also nicht zuerst z.B. BWL, Jura, Sport oder Tourismus studiert (sondern etwas anderes) und gleichsam eine Firma gegründet, mit dem Vorsatz damit Geld zu verdienen (z.B. durch Schaffung einer ‘künstlichen’ Nachfrage) - sondern völlig anders: Aus zunächst unentgeltlichem Einsatz einer Sache wegen entstand eine unerwartet große Nutzerresonanz & folglich eine Vervielfachung der Aufwendungen (+ aufkeimenden Ausbeutungs-Begehrlichkeiten Dritter). Erst in Folge dessen waren wir zum Suchen geeigneter, formaler Absicherungs-Strukturen gezwungen (u.a. Markeneintragung, Gründung einer eigenen Körperschaft, Agieren auch auf juristischem ‘Fremdparkett’, Gewährleistung eines zumindest geringen Lohns).

Konsequenz: Da der (nicht nur redende, sondern auch handelnde) ethische Idealist in diesem System zu wenig unterstützt bzw. toleriert wird, sondern vielmehr mit der skrupellosen Ausnutzung seiner Schöpfungs- & Arbeitskraft durch das Bequemlichkeits-System rechnen muss, ist er für sein Schaffen u.a. auch finanziell abzusichern.
Finanzielle Unabhängigkeit schafft Entfaltungsmöglichkeiten - und die Entfaltung unserer Potentiale ist bisher noch immer direkt oder indirekt in gemeinnützige Projekte zurück geflossen (Kreislauf).

 
AUßERGEWÖHNLICHE PROJEKTINHALTE STATT STANDARDMÄßIGER MAINSTREAM
 

Ob Kulturfestival, Reisen oder die Außendarstellung dessen (z.B. unsere Broschüren): Wir scheuten und scheuen uns nicht unbequeme Wege zu gehen, von der Verdrängung bedrohte Qualitäten zu protegieren & ‘Unmögliches möglich zu machen’.
Ein Beispiel dafür war in der Vergangenheit der jährliche Kampf ein riesiges, damals stilistisch alternatives Studentenfestival zu leisten - und zwar fast ein halbes Jahrzehnt lang ohne Eintrittsgeld (1999-2003 freier Eintritt, 2004 mit niedrigerem Eintrittsgeld als es heute bei der Organisation durch den Studentenrat der Fall ist) aber trotzdem kulturell & organisatorisch von außerordentlicher Klasse.

Heute sind wegen der unwürdigen Behandlung in Deutschland orts- & (damit weitgehend) behördenunabhängige Reisen Ausdruck dieses Besonderheits-Anspruchs. Den wichtigsten Unterschied zu kommerziellen Veranstaltern erkennt man dabei inhaltlich:
Bei Wintercamps kommen z.B. von Konzernstrukturen betriebene Betonburg-Appartements in ‘fast-food’-Retortenstädten für uns nicht in Frage.
Alternierend dazu sind Sommercamps bei uns sozialfördernde, komplett eigenentwickelte (z.T. sogar ‘neu erfundene’) Individualreisen in die schönsten -dem Pauschaltouristen nicht zugänglichen- Naturgebiete Europas.
Der Konsumtourismus hingegen verdient sein Geld damit, Leute in schon bestehende Standardstrukturen zu vermitteln und ist dabei trotz billigerer ‘Bedienung’ nicht preiswerter als wir.

 
INHALTSMOTIVIERTER ‘PROJEKT-MACHER’ STATT DIENSTLEISTUNGS-VERMITTLER
 
Ob ein Akteur ausschließlich selbstentwickelte Projekte realisiert, hinter denen er aus eigenem Erlebensinteresse persönlich steht (wir begleiten z.B. fast alle Projekte selbst) oder ob er einfach nur fremde Standardleistungen im eigenen Namen verkauft (vermittelt), sagt viel über dessen Motivation aus:
Ersterem geht es um die Sache, letzterer ist nichts als ein Verkäufer, dessen Handlungsmotivation meist weniger die Sache als vielmehr das Geld ist.

Wir benötigen deshalb weder ‘Buchungsbüro’ noch ‘Buchungspersonal’ - wer bei unseren unikaten Reiseprojekten dabei sein will, macht einfach von sich aus den ‘ersten Schritt’ (z.B. Ausfüllen der online-Bewerbung) & erreicht uns damit zumeist ‘on the road’ (es kann eine Weile dauern bis geantwortet wird).
 
AKTIVE MITGESTALTER STATT OBERFLÄCHLICHE PAUSCHAL-KONSUMENTEN
 

Zufriedenheit aller ist ein Wunschzustand, den auch wir anstreben. Teilnehmer-Befriedigung wird bei uns allerdings nicht dadurch erzeugt, indem suggeriert wird, man lese dem ‘Konsumenten’ alle Wünsche ‘vom Munde ab’ und in seiner Eigenschaft als zahlender ‘Kunde’ sei er automatisch ‘König’.
Vielmehr wird von uns konstant ein bestmöglicher Rahmen gewährleistet, in dem es die Teilnehmer durch ihr eigenes Sozialverhalten selbst in der Hand haben, ob es harmonisch & freudvoll wird (wie es meist klappt, s. Fotodokumentation Winter / Sommer) oder ob es Streit gibt (vgl. z.B. diverses Forenpalaver von Unzufriedenen, verursacht durch eigenes Verhalten).

Im Gegensatz zu kommerziellen Veranstaltern bewerben wir uns nicht bei Kunden, damit diese durch Konsumieren eines 08/15-Angebots Geld in die Kasse bringen, sondern umgekehrt: Mitreisewillige bewerben sich bei uns, sich in einzigartige Projekten einbringen zu dürfen.
Wir brechen damit bewusst das Diktat des Konsumkapitalismus
, da wir zugunsten der Moral auf Umsatz verzichten. Dies ist eine Gratwanderung, weil die vom herkömmlichen System überprägte & überwöhnte Mehrheit wenig Verständnis für diese Herangehensweise aufbringt, wir aber trotzdem tragfähig arbeiten müssen. Das ‘Geschenk’ SCF hat also auch Grenzen - spätestens bei kleinlichen Diskussionen über Preise, die vorher fest stehen & insgesamt bereits durch ‘unter Wert’-Einsatz unserer Arbeitskraft subventioniert sind.

 
KREATIVITÄT AUCH IN DEN DINGEN DIE KEIN GELD BRINGEN
 

Um ‘dumpf’ zu werben reichen fantasielose Flyer, Einordnung in kommerzielle Verteilsysteme (gemeint sind hier z.B. plumpe Kommerzvermarkter von Hochschulflächen, gemeint sind damit nicht etwa anspruchsvollere 'cityboards' in Kneipen oder Kultureinrichtungen) oder aufdringliche Werbestände.

Alles was intellektuell darüber hinaus geht ist eine ‘brotlose Kunst’, die nicht mehr Teilnehmer (also mehr Umsatz), sondern andere Teilnehmer bringt. Letzteres ist uns aber wichtig, weshalb wir uns seit über 10 Jahren die Mühe machen, mit kreativ gestalteten Veröffentlichungen & künstlerischen Motiven über studentische Aktionsmöglichkeiten zu informieren und dabei andersartige Akzente auf dem Campus zu setzen (vgl. hier).